Dialog zwischen dem Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa tritt in eine vorübergehende Pause ein
Vatikan/Wien, 25. Juni 2026
Das Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen (DPCU) und die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) teilen mit, dass der zwischen ihnen geführte Dialog in seiner gegenwärtigen Form für etwa zwei Jahre pausieren soll.
Dieses Moratorium wurde bei einem Treffen der Mandatsgeber und der Verantwortlichen beider Delegationen am 9. Dezember 2025 in Rom gemeinsam beraten. Der Rat der GEKE hat sich bei seiner Sitzung am 29. Mai 2026 in Doorn, Niederlande, dieser Orientierung angeschlossen. Die Mitglieder der Gemeinsamen Kommission wurden darüber in einem gemeinsamen Schreiben von Kardinal Kurt Koch und Bischof Marko Tiitus, einem der Präsidenten der GEKE und Vertreter des Rates der GEKE beim Treffen der Mandatsgeber in Rom, informiert.
Die Pause bedeutet nicht das Ende des Dialogs. Sie soll dazu dienen, die bisherigen Erfahrungen auszuwerten und die Voraussetzungen für eine mögliche Fortsetzung des Dialogs zu klären.
Die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit ist nicht ohne Frucht geblieben. Sie hat das gegenseitige Verständnis vertieft und beiden Seiten geholfen, wichtige theologische Aussagen, die gemeinsam anerkannt werden können, ebenso klarer zu benennen wie auch jene Fragen, die weiterer Klärung bedürfen. Dazu gehören insbesondere das Verständnis des Dialogprozesses selbst, Fragen nach verbindlichen Bezugstexten und Kriterien gemeinsamer Lehre sowie ekklesiologische Fragen im Blick auf kirchliche Einheit, Kirchengemeinschaft, Autorität und Amt.
Die Kontakte zwischen dem DPCU und der GEKE sollen während dieser Phase aufrechterhalten werden. Gegen Ende 2027 sollen die nächsten Schritte geprüft und ein Treffen der Mandatsgeber im Winter 2027/2028 vorbereitet werden. Dabei soll beraten werden, wann und in welcher Form der Dialog fortgesetzt werden kann.
Das DPCU und die GEKE danken den Mitgliedern der Gemeinsamen Kommission für ihr Engagement, ihre Ausdauer und ihre Offenheit in diesem anspruchsvollen Prozess. Beide Seiten vertrauen darauf, dass der Heilige Geist sie auf dem weiteren Weg begleiten und ihre gemeinsame Suche nach der Einheit der Kirche leiten wird.
