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Wie kann christlicher Glaube in Europas zunehmend säkularen und vielfältigen Gesellschaften an die nächste Generation weitergegeben werden? Dieser Frage widmet sich das 5. Europäische Treffen der Synodalen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Vom 1. bis 4. Oktober kommen dazu rund 70 Synodale aus Mitgliedskirchen von Irland bis Griechenland in der estnischen Hauptstadt Tallinn zusammen.
Synoden sind zentrale Leitungsgremien evangelischer Kirchen. Ihre gewählten oder entsandten Mitglieder beraten und entscheiden über theologische, gesellschaftliche, organisatorische und finanzielle Fragen des kirchlichen Lebens. Die europäischen Synodalenbegegnungen bringen Menschen, die in diesen Gremien Verantwortung tragen, über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg miteinander ins Gespräch.
Die Reihe begann 2012 in Bad Boll mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der Synoden in Europa zu stärken. Es folgten Begegnungen in Budapest, Bern und Bad Herrenalb. Das Treffen in Tallinn führt diese Arbeit fort: Die Teilnehmenden tauschen Erfahrungen aus ihren unterschiedlichen kirchlichen und gesellschaftlichen Kontexten aus, lernen voneinander und knüpfen Verbindungen für ihre Arbeit in den jeweiligen Heimatkirchen.
Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage, wie aus überliefertem Glauben weiter gelebter Glaube werden kann. Damit greift die Begegnung einen Arbeitsauftrag der 9. Vollversammlung der GEKE auf, die 2024 in Sibiu/Hermannstadt die Weitergabe des Glaubens und die missionarische Verantwortung der Kirchen zu Schwerpunkten der gemeinsamen Arbeit erklärt hat.
„Glaube lässt sich nicht wie ein fertiges Paket an die nächste Generation übergeben. Er wird lebendig, wenn Menschen ihn teilen, Fragen zulassen und gemeinsam neue Ausdrucksformen finden. Die Erfahrungen unserer Kirchen in Europa sind unterschiedlich – gerade deshalb können wir viel voneinander lernen. Dass wir in Tallinn zusammenkommen, ist für mich ein Zeichen der Zuversicht und der Verbundenheit mit den Kirchen in dieser Region Europas“, sagt GEKE-Generalsekretärin Dr. Susanne Schenk.
Gastgeberin ist die Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche (EELK). Eröffnet wird die Begegnung mit einem Gottesdienst im Tallinner Dom, in dem Erzbischof Urmas Viilma predigt. Vertreterinnen und Vertreter der bisherigen Gastgeberorte übergeben dabei symbolisch den Staffelstab an die estnische Kirche. Die Übergabe steht zugleich für die leitende Frage der Tagung: Was geben die Kirchen an die nächste Generation weiter?
Zum Programm gehören Gespräche über die Bedeutung von Familie, kirchlichen Institutionen und einer offenen Gesellschaft für die Weitergabe des Glaubens. Bei Besuchen des Sozialzentrums Betheli und der kirchlichen Schule Kaarli lernen die Teilnehmenden konkrete Beispiele aus Estland kennen. Vorgestellt werden außerdem Projekte aus verschiedenen europäischen Kirchen. Zum Abschluss beraten die Synodalen, wie die GEKE den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit ihrer Mitgliedskirchen weiter unterstützen kann.
Über die GEKE
Der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa gehören 96 lutherische, reformierte, unierte und methodistische Kirchen an. Sie repräsentiert rund 40 Millionen Protestantinnen und Protestanten in Europa und darüber hinaus. Die Leuenberger Konkordie von 1973 ist das grundlegende Dokument dieser Kirchengemeinschaft; in ihr erklärten evangelische Kirchen unterschiedlicher Konfessionen auf der Grundlage ihres gemeinsamen Verständnisses des Evangeliums Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Diese Kirchengemeinschaft wird gelebt im gemeinsamen Gottesdienst, in gemeinsamem Lernen und Lehren, in gemeinsamem Zeugnis und Dienst, in verlässlichen gemeinsamen Strukturen sowie als Dienst an der Einheit der Kirche. Sie hat ihren Sitz seit 2007 in Wien.
Weitere Informationen und tägliche Updates :
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Pressekontakt:
Dr. Susanne Schenk
E-Mail: s.schenk@leuenberg.eu
Wien/Tallinn, 29. September 2026.

