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KI und die Aufgabe der Kirche: Menschliche Beziehungen schützen

„Ein Narr mit einem Werkzeug ist immer noch ein Narr – und ein Werkzeug in den Händen eines Narren ist eine gefährliche Sache.“ Eine solche Aussage treffe besonders auf die neueste technologische Entwicklung der Menschheit zu, argumentierte Oliver Dürr, Direktor des Zentrums für Glaube & Gesellschaft an der Universität Freiburg, als er vergangenen Freitag mit […]

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„Ein Narr mit einem Werkzeug ist immer noch ein Narr – und ein Werkzeug in den Händen eines Narren ist eine gefährliche Sache.“ Eine solche Aussage treffe besonders auf die neueste technologische Entwicklung der Menschheit zu, argumentierte Oliver Dürr, Direktor des Zentrums für Glaube & Gesellschaft an der Universität Freiburg, als er vergangenen Freitag mit dem Beirat für ethische Fragen der CPCE sprach. Der Beirat setzt seine Arbeit zum Thema „Gemeinsam Kirche sein in Zeiten der Unsicherheit“ fort – diesmal mit einem Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz und den Chancen (oder Risiken), die sie für Kirchen mit sich bringt.

Dürr gibt Gründe, Künstliche Intelligenz und andere technologische Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte zu schätzen, und verweist auf deren praktische Anwendung in vielen Bereichen. Noch wichtiger jedoch sei die Wahrheit über KI und das, was sie tatsächlich leistet. Hinter den großen Versprechen der Tech-Konzerne und den Ängsten vieler Menschen, KI könne die Kontrolle übernehmen, stehe eine nüchterne Realität: KI sei ein statistisches Modell, das große Datenmengen analysiert, um wahrscheinlichkeitsbasierte Antworten auf Nutzerfragen zu erzeugen.

KI birgt durchaus Gefahren – sowohl für Einzelpersonen als auch für die Gesellschaft. Besonders für unerfahrene Nutzerinnen und Nutzer sowie jüngere Generationen könnten durch KI verbreitete Fehlinformationen nicht leicht erkennbar sein. Noch alarmierender seien KI-Unternehmen, die auf Beziehungs-Chatbots als Einnahmequelle setzen und dabei junge Menschen auf eine Weise ansprechen, die manipulativ wirken und emotionale Abhängigkeiten zwischen Mensch und Maschine fördern kann.

Sowohl bei der Nutzung von KI als auch im Umgang mit den gesellschaftlichen Problemen, die durch KI oder andere Technologien entstehen, kommt den Kirchen eine besondere Verantwortung zu. Da KI und die Unternehmen, die solche Werkzeuge entwickeln, immer präsenter werden, seien Kirchen gefordert, sich für den Menschen einzusetzen. Sie müssten sich für einen ethischen Umgang mit KI starkmachen, für ein reflektiertes Verständnis dessen, was Menschsein bedeutet, und Angst durch Verständnis ersetzen, während wir lernen, was KI wirklich kann – und was nicht. Wie Dürr deutlich macht, kann die Kirche eine menschliche Stimme für eine menschliche Zukunft sein, mit einem Fokus auf Beziehungen, Gemeinschaft und dem Einsatz für marginalisierte Gruppen.

Die von Dürr gegebenen Impulse sollen in eine kommende Veröffentlichung sowie in eine Fastenkampagne der CPCE einfließen. Weitere Informationen und eine „Save-the-Date“-Einladung werden in den kommenden Monaten folgen.