Zwei Jahre lang waren nur Videokonferenzen möglich gewesen. Aber nun war es endlich so weit: Die Mitglieder des Fachbeirats „Migration und Kirchengemeinschaft“ reisten nach London, wo vom 22. bis zum 25. Oktober eine Reihe von Sitzungen und Begegnungen stattfand. Neben den internen Beratungen, unter anderem über das Arbeitsprogramm des Fachbeirats und das theologische Konzept der Gastfreundschaft, standen vor allem Begegnungen mit Kirchen außereuropäischer Herkunft auf dem Programm.
Zu den mittelfristigen Zielen der GEKE gehört es, engere Beziehungen auch zu solchen Kirchen aufzubauen, die durch Migration nach Europa entstanden sind. Schon seit mehreren Jahren wird deshalb ein explorativer Dialog mit dem Unification of Cherubim and Seraphim Churches (Europe Chapter) geführt. Nach Besuchen von Vertretern dieser vor allem in Nigeria und den Nachbarländern verbreiteten unabhängigen afrikanischen Kirche im GEKE-Büro in Wien und auf der GEKE-Vollversammlung in Basel sowie einem Besuch von vier GEKE-Vertretern in London im Jahr 2017 sollte nun der theologische Austausch noch einmal vertieft werden. An zwei Abenden ging es um das Thema Spiritualität und Heilung, verbunden auch mit der Frage der Sakramente. Hier stellten die Cherubim and Seraphim auch die Frage nach Defiziten bei den traditionellen europäischen Kirchen – nicht nur im Vertrauen auf die Kraft der Heilung, sondern auch in der Lebendigkeit der Gottesdienste und der Rolle des Tanzens.
Am Sonntag feierten die Delegierten der GEKE den Gottesdienst in der Christ the Resurrection Cherubim and Seraphim Church in Borough mit, der von Special Apostle Adejare Oyewole, dem Generalsekretär des Europe Chapter, geleitet wurde. Der Präsident der GEKE, Dr. John Bradbury, zugleich Generalsekretär der United Reformed Church, war eingeladen, die Predigt zu halten. Im Gottesdienst wurde auch ein „letter of intent“ unterzeichnet. Da bis zu einer vollen Mitgliedschaft der Cherubim and Seraphim in der GEKE noch einige Fragen abzuklären sind, sollte in diesem gemeinsamen Dokument festgehalten werden, dass beide Seiten weiterhin an einer Vertiefung der Beziehungen interessiert sind. Selbstverständlich gab es im Anschluss auch noch für alle ein köstliches Essen.
Ein weiteres Treffen fand mit vier Vertretern der Presbyterianischen Kirche in Ghana (PCG) statt, die für ihre mittlerweile recht zahlreichen Gemeinden in Europa ein eigenes „Presbytery of Europe“ unterhält. Die Kirche, die auf die Tätigkeit der Basler Mission zurückgeht und nach dem Ersten Weltkrieg enge Beziehungen zur Church of Scotland unterhielt, gehört zur Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen und hat auf lokaler Ebene vielerorts enge Beziehungen zu Kirchen der GEKE. Die erste Begegnung sollte nun zur Klärung dienen, ob auch mit der PCG ein Dialog aufgenommen werden sollte, um eine vertiefte Kooperation, evtl. sogar eine Mitgliedschaft in der GEKE zu erreichen. Die Gespräche waren sehr gut, eine Fortsetzung ist zu erhoffen.
