Liturgien aus Deutschland

Die Evangelische Kirche in Deutschland ist vielfältig, da Gottesdienste zu verschiedenen Anlässen gefeiert werden: Sonntagsgottesdienste, besondere Ereignisse im Kirchenjahr, persönliche Zeremonien (Taufe, Kommunion, Hochzeit, Beerdigung usw.) sowie lokale, kulturelle oder gesellschaftliche Veranstaltungen. Die Liturgie variiert je nach konfessioneller Tradition, abhängig davon, wie die einzelnen Kirchen die Reihenfolge des Gottesdienstes regeln. Durch einen kontinuierlichen Reformprozess haben die Kirchen versucht, mehr Einheitlichkeit in ihren Gottesdiensten zu erreichen. So hat sich beispielsweise die Mehrheit der regionalen Kirchen, die der VELKD und der UEK angehören, für eine gemeinsame Ordnung (Evangelisches Gottesdienstbuch) für den Sonntagsgottesdienst entschieden. Das „Evangelische Gottesdienstbuch” ist ein Versuch, neue Formen des Gottesdienstes zu integrieren. Es handelt sich dabei nicht um eine Liturgie im klassischen Sinne, sondern eher um ein Arbeitsbuch, das auf der Grundlage einer erkennbaren Grundstruktur zu kreativen Formen anregen soll. Erst 1999 wurde die liturgische Praxis umfassend neu geordnet und neben dem „Evangelischen Gottesdienstbuch” die „Reformierte Liturgie” im Auftrag des Moderamens der Reformierten Föderation veröffentlicht. Gebete und Ordnungen für die unter dem Wort versammelte Gemeinde”. Sie ersetzt das „Kirchenbuch” und bietet Orientierung und Hilfe für die Planung und Gestaltung des Gottesdienstes, eine harmonische Gesamtkomposition und eine systematische Abfolge einzelner Schritte. Sie enthält auch Ordnungen und Angebote für wichtige Einzelzeremonien und Gottesdienste zu besonderen Anlässen. Der Anspruch, keine „Vorschrift“ zu sein, ist Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses, das gut zu dem 1999 veröffentlichten „Protestantischen Gottesdienstbuch“ passt. Dieses Buch ist ein Versuch, liturgische Vielfalt in Verbindung mit einer soliden Grundstruktur und zahlreichen Variationsmöglichkeiten zu fördern. Sowohl das Protestantische Gottesdienstbuch als auch die Reformierte Liturgie haben die folgende Struktur für den protestantischen Gottesdienst:

  • Eröffnung und Aufruf zum Gottesdienst
  • Verkündigung und Bekenntnis
  • Abendmahl
  • Aussendung und Segnung

Bei der Herausgabe des Evangelischen Gottesdienstbuches wurde bewusst darauf verzichtet, einen „Einheitlichen Gottesdienst” zu schaffen, wie er in den fünfziger Jahren als Idealvorstellung galt. Eine elementare Form (Grundform II), die auch für liturgisch Unerfahrene leicht zu folgen ist, wird neben der klassischen Form des evangelischen Gottesdienstes (Grundform I) verwendet. Dies ist aus theologischer und kirchenpolitischer Sicht sehr bedeutsam. Entsprechend der historischen Tradition wird der Gottesdienst in den lutherischen Kirchen vor allem nach der Grundform I gefeiert, in den Kirchen mit unierten und reformierten Traditionen eher nach der Grundform II. Wie bereits erwähnt, haben sich die meisten – aber nicht alle – Landeskirchen der EKD für die Verwendung des Evangelischen Gottesdienstbuches entschieden. Es gibt jedoch auch andere Liturgien für den evangelischen Gottesdienst, beispielsweise für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche der Pfalz oder die Evangelische Kirche in Baden. In der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt es auf verschiedenen Ebenen Institutionen, die sich auf die liturgische Praxis spezialisiert haben:

  • Auf der Ebene der Landeskirchen gibt es Abteilungen für Liturgie und Kirchenmusik. Ihre Aufgabe besteht in der liturgischen Aus- und Weiterbildung sowie in der Erstellung verschiedener liturgischer Materialien. Kleinere Landeskirchen haben liturgische Arbeitsgruppen oder Kammern.
  • Auf der Ebene der Kirchenverbände sind die Liturgiekommissionen der UEK bzw. der VELKD im Auftrag ihrer Kirchenvorstände für liturgische Arbeiten zuständig.
  • Auf EKD-Ebene sind drei Institutionen beteiligt: Die EKD-Zentrale ist für Bibelübersetzungen und das Evangelische Gesangbuch zuständig. Die Liturgiekommission befasst sich in Ausschüssen und Kolloquien mit zentralen Fragen des evangelischen Gottesdienstes. Die Gemeinsame Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD, die auch als Konferenzbüro fungiert, befasst sich auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung mit aktuellen liturgischen Fragen und koordiniert die liturgischen Arbeiten innerhalb der EKD.

Liturgische Materialien der EKD (nur auf Deutsch): Gottesdienst mit Predigt und Abendmahl Predigtgottesdienst (mit Abendmahl) Orientierungshilfe Gottesdienst Orientierungshilfe Taufe Orientierungshilfe Abendmahl Weitere Materialien zum Herunterladen (nur auf Deutsch): Agende für die ev. Landeskirche in Baden Bestattungsagende der ev. Landeskirche in Württemberg Liturgische Handreichung zur Verabschiedung aus einem kirchlichen Dienst (UEK)

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Gepostet am

24 Oktober 2025