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Lehrgespräch der GEKE zum Thema „Lehrverschiedenheit in der Kirchengemeinschaft“

Lehrgespräch der GEKE zum Thema „Lehrverschiedenheit in der Kirchengemeinschaft“ Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) führt ein Lehrgespräch zu einer Frage, die den Kern ihrer Identität als Kirchengemeinschaft berührt: Was bedeutet „Lehrverschiedenheit“ – und was erfordert sie – innerhalb einer gemeinsamen und verbindlichen Kirchengemeinschaft? Die GEKE vereint lutherische, reformierte, unierte und methodistische Kirchen, die […]

Lehrgespräch der GEKE zum Thema „Lehrverschiedenheit in der Kirchengemeinschaft“

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) führt ein Lehrgespräch zu einer Frage, die den Kern ihrer Identität als Kirchengemeinschaft berührt: Was bedeutet „Lehrverschiedenheit“ – und was erfordert sie – innerhalb einer gemeinsamen und verbindlichen Kirchengemeinschaft?

Die GEKE vereint lutherische, reformierte, unierte und methodistische Kirchen, die miteinander in Kirchengemeinschaft leben. Von Anfang an hat die GEKE bekräftigt, dass Kirchengemeinschaft real sein und getragen werden kann, auch wenn lehrmäßige Unterschiede bestehen bleiben. Das gegenwärtige Lehrgespräch zielt daher weder auf Uniformität noch relativiert es lehrmäßige Fragen. Es dient vielmehr der theologischen Klärung und praktischen Orientierung: Unter welchen Bedingungen kann lehrmäßige Vielfalt als Ressource für gegenseitiges Lernen, Korrektur und ein vertieftes Verständnis des Evangeliums wirken – und wann wird sie zur Belastung, zur Ermüdung oder bedroht gar die Kirchengemeinschaft?

Die Arbeit thematisiert zudem, wie lehrmäßige Vielfalt das gemeinsame Leben der GEKE, ihre ökumenischen Dialoge und ihr öffentliches Zeugnis in pluralen Gesellschaften prägt. Die Startgruppe beabsichtigt, einen Text zu erarbeiten, der ausdrücklich an die bestehende theologische Reflexion der GEKE anknüpft und zugleich größere Klarheit über den theologischen Status und die praktischen Konsequenzen der Lehrverschiedenheit anstrebt. Der Bericht wird bei Sprache und Erfahrung der GEKE selbst ansetzen und anschließend die Ambivalenz lehrmäßiger Vielfalt ausloten – ihre konstruktiven ebenso wie ihre problematischen Dimensionen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Frage, wie lehrmäßige Vielfalt in der Kirchengemeinschaft anerkannt und getragen wird, wie sie ökumenische Dialoge beeinflusst und wie sie das gemeinsame oder differenzierte Zeugnis der Kirchen in der Gesellschaft prägt.

Prozess und Zeitplan

Die Startgruppe des Lehrgesprächs begann ihre Arbeit mit vorbereitenden Online-Sitzungen im September und November, gefolgt von einem intensiven Treffen in Wien am 29.–30. Januar 2026. Am 30. Januar 2026 verständigte sich die Gruppe auf einen geschärften theologischen Fokus und eine erneuerte Arbeitsweise. Ein vorläufiges Konzeptpapier wurde inzwischen dem Rat/Präsidium der GEKE vorgelegt.

Im Laufe des Jahres 2026 wird die Gruppe den Entwurf des Lehrgesprächsdokuments in vier Online-Sitzungen erarbeiten und plant, sich ein Jahr später erneut zu treffen, um den integrierten Entwurf konzentriert zu prüfen und die Richtung der abschließenden Redaktion festzulegen.

Der Entwurf soll dem GEKE-Rat im April 2028 vorgelegt werden; dieser entscheidet über die Weiterleitung an die Mitgliedskirchen. In diesem Zusammenhang plant die GEKE eine Konsultation der Mitgliedskirchen Anfang 2028, in der der Entwurf intensiv beraten und Leitlinien für die weitere redaktionelle Arbeit vereinbart werden. Die Startgruppe wird anschließend zu einer Redaktionsgruppe erweitert, die den Entwurf überarbeitet und die nächsten Schritte der Rezeption koordiniert.

Eine überarbeitete Fassung soll den Mitgliedskirchen im Juni 2029 zur schriftlichen Rückmeldung zugehen; die Rückmeldungen werden bis Juni 2030 erwartet. Nach weiteren Überarbeitungen wird der Rat voraussichtlich Anfang 2031 entscheiden, den Text den Delegierten der GEKE-Vollversammlung zuzuleiten; die abschließende Rezeption und Annahme wird für die Vollversammlung im Herbst 2031 angestrebt.

Mitglieder der Starting Group

Die Startgruppe besteht aus Frédéric Chavel und Paul Nimmo (Co-Vorsitzende), David Field, Petr Gallus, Szilveszter Füsti-Molnár, Jerzy Sojka, Jennifer Wasmuth und Heidi Zitting sowie Georg Plasger (Liaison zum GEKE-Rat) und Thomas-Andreas Põder (Studiensekretär).