Bei einem feierlichen Gottesdienst in der Lutherkirche in Wien wurde am 27. April 2026 die neue Generalsekretärin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Dr. Susanne Schenk, in ihr Amt eingeführt und der bisherige Generalsekretär Dr. Mario Fischer verabschiedet. Über hundert Kirchenleitende und Wegbegleiter aus verschiedenen Teilen Europas nahmen an der Feier teil.
„Christus ist mitten unter uns – oft unerkannt, und doch geht er mit uns auf dem Weg.“ Mit diesem Leitgedanken stand die Emmaus-Erzählung im Zentrum des Gottesdienstes zur Amtsübergabe, denn Jesus Christus sei „in unserer Weggemeinschaft gegenwärtig“. Die Dialogpredigt von Susanne Schenk und Mario Fischer wurde symbolisch als Weg an mehreren Stationen im Kirchraum gestaltet, da Kirche sein bedeute, gemeinsam auf dem Weg zu sein. Unterschiedliche Zugänge zu Christus seien keine Gegensätze, sondern Ausdruck gelebter Einheit: „Alle suchen Christus mit Ernst – und alle auf ihre Weise.“
Man könne die Realität des Lebens auch als gläubiger Mensch nicht aus dem Blick verlieren. Somit bleibe die Bitte der ängstlichen Emmausjünger, der Herr „bleibe bei uns, denn es will Abend werden“ sowohl im Bewusstsein der Endlichkeit des menschlichen Daseins als auch in der krisenbehafteten Zeit zentral.
Für die Gemeinschaft, die Jesus mit seiner Kirche haben wolle, stehe das Brotbrechen. In der Emmausgeschichte werde der Gast zum Gastgeber: „Christus handelt selbst und stiftet Gemeinschaft.“
Abschließend wurde die Emmausgeschichte als Bild für die weltweite Kirche verstanden: Menschen kommen aus unterschiedlichen Lebenszusammenhängen zusammen, um Hoffnung zu teilen und gestärkt weiterzugehen.
Grußworte und Gratulationen
Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, Ernst-Wilhelm, von dessen Kirche aus Susanne Schenk nach Wien berufen wurde, unterstrich die besondere ökumenische Expertise der neuen Generalsekretärin. Es sei wichtig, das „Miteinander der Kirche über Völker und Konfessionsgrenzen hinaus“ zu stärken.
Der Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Frank-Dieter Fischbach, betonte die Bedeutung der Ökumene für Frieden und Zusammenhalt in Europa. Angesichts wachsender nationaler Abschottung und gesellschaftlicher Polarisierung sei das gemeinsame christliche Zeugnis unverzichtbar.
Die österreichische Bischöfin Cornelia Richter würdigte die Bedeutung der GEKE für die österreichische Evangelische Kirche A.B. und H.B. und für wegweisende theologische Publikationen.
Ministerialrat Martin Fischer, Vertreter des österreichischen Kultusamtes im Bundeskanzleramt, hob die institutionelle Entwicklung der GEKE in Wien hervor. Besonders die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts im Jahr 2019 habe die operative Handlungsfähigkeit entscheidend gestärkt.
Personalia
Mit Dr. Susanne Schenk übernimmt eine Theologin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg das Amt der Generalsekretärin. Sie war zuvor als Ökumenereferentin mit Schwerpunkt auf interkonfessionellen Dialogen und europäischen Kirchenbeziehungen tätig.#+
Der scheidende Generalsekretär Dr. Mario Fischer (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) leitete die GEKE seit 2019. In seiner Amtszeit wurden die kirchliche Gemeinschaft in Europa vertieft, neue Kirchen aufgenommen sowie die Zusammenarbeit mit weiteren christlichen Traditionen ausgebaut. Zudem wurde die GEKE als Körperschaft öffentlichen Rechts in Österreich etabliert und als internationale NGO beim Europarat registriert. Fischer wechselt zum 1. Mai 2026 an das Konfessionskundliche Institut in Bensheim.
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