Geschichte

Mit der Leuenberger Konkordie wurde vor etwas mehr als 50 Jahren (1973) ein kirchlicher Brückenschlag historischer Dimension vollzogen, der fast 500 Jahre nicht möglich war: Die gegenseitige Anerkennung der evangelischen Kirchen in Europa. Sie ist somit das Gründungsdokument der Evangelischen Kirchengemeinschaft, was weitreichende praktische Auswirkungen hat: Seither kann eine lutherische Pfarrerin auf einer reformierten Kanzel predigen und ein reformierter Gläubiger das Abendmahl bei einem lutherischen Gottesdienst empfangen.

Die lutherischen und reformierten Theologen, die Anfang der 1970er den Grundstein für eine evangelische Kirchengemeinschaft in Europa legten, hoben das gemeinsame reformatorische Verständnis des Evangeliums von Martin Luther und Johannes Calvin hervor. Die Differenzen bei gewissen Lehrmeinungen wurden als überbrückbar und die Versöhnung in geeinter Verschiedenheit als Weg definiert.

Seither ist sowohl auf kirchlichem Gebiet als auch gesellschaftlich, politisch oder medizinethisch vieles passiert. Die GEKE beschäftigt sich auf biblischer Grundlage und im Licht der Leuenberger Konkordie mit vielen aktuellen Herausforderungen und sucht protestantische Antworten - breit, dialogbereit und auch interdisziplinär -, um damit ihren Mitgliedskirchen möglichst hilfreiche Impulse und Ideen zu geben.

Für die Kirchengemeinschaft ist die Leuenberger Konkordie das Gründungsdokument. Mittlerweile haben 96 evangelische Kirchen auf Grundlage der Leuenberger Konkordie Kirchengemeinschaft erklärt. Die Leuenberger Konkordie ist in zahlreichen europäischen Sprachen verfügbar. 

Leuenberger Konkordie herunterladen

Geschichte

1955-67
1955-67

Theologische Gespräche

Unter der Schirmherrschaft der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung finden an verschiedenen Orten (u. a. Arnoldshain und Schauenburg) theologische Gespräche zwischen Lutheranern und Reformierten statt. Der Abschlussbericht nennt als Ziel weiterer Bemühungen eine „gemeinsame theologische Erklärung, die von den Kirchen ratifiziert werden soll“.
1973
1973

Leuenberger Konkordie

Die endgültige Fassung der „Konkordie der reformierten Kirchen in Europa (Leuenberger Konkordie)“ wird im Leuenberger Tagungszentrum bei Basel verabschiedet.
1976
1976

Sigtuna

Konferenz in Sigtuna (Schweden) – gilt als erste Vollversammlung der Leuenberger Kirchengemeinschaft. Zu diesem Zeitpunkt hatten 69 protestantische Kirchen die Konkordie unterzeichnet.
1994
1994

Wien

Auf der 4. Vollversammlung der Kirchengemeinschaft in Wien wurde eine Satzung verabschiedet, die der Leuenberger Kirchengemeinschaft eine Struktur gab. Mit dem Text „Die Kirche Jesu Christi“ (Leuenberger Text 1) einigten sich die protestantischen Kirchen auf eine gemeinsame Ekklesiologie.
1997
1997

Methodisten

Sieben methodistische Kirchen treten der Leuenberger Gemeinschaft mit einer „gemeinsamen Erklärung zur Kirchengemeinschaft“ bei.
2001
2001

Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa

5. Vollversammlung in Belfast. Umbenennung in „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“. Hier wurde der Ruf nach einer „protestantischen Stimme in Europa“ laut und deutlich vernommen.
2019
2019

Rechtsstatus

Nach der 8. Vollversammlung wurde der Kirchengemeinschaft mit Sitz in Wien der Rechtsstatus zuerkannt. Die Ergebnisse des theologischen Dialogs „Kirchengemeinschaft” werden veröffentlicht (Leuenberger Text 16).
2024
2024

Sibiu

9. Generalversammlung der GEKE in Sibiu/Hermannstadt.