Eine der strategischen Aufgaben der GEKE 2024 – 2030 ist die Förderung von offenen pastoralen Fortbildungsangebote. Doch bleibt dieses Ziel eine Herausforderung, da in den Mitgliedskirchen pastorale Fortbildung fast immer nur lokalen Charakter hat. Den Versuch eines Modells für kurze, übergreifende Fortbildungstage starteten die Vikarsausbildungen der Estnisch Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien. Am 28. und 29. März 2024 arbeiteten Vikare dieser beiden Kirchen gemeinsam in Sibiu/Hermannstadt, zusammen mit Ihren Ausbildern Bischof Marko Tiitus und Dr. Stefan Cosoroaba. Sie widmeten sich dem Thema der Weitergabe des Glaubens an die kommenden Generationen. Anhand des von ZETO erarbeiteten „Bukarester Missionskodex“ hatten die Estnischen Vikare einen „Talliner Missionskodex“ entwickelt. In dem Vergleich der beiden Ansätze konnte man die wichtige Rolle des Kontextes erkennen, der jede missionale Arbeit beeinflusst. Deswegen gibt es auch keine Mission “aus der Retorte“! Aber, dass es Mission aus Angst heraus nicht geben darf (Bukarester Missionskodex, XVI), das gilt für alle Kontexte. Als christliche Kirchen haben den Gesellschaften etwas Wesentliches zu geben!
Ebenfalls verglichen die Teilnehmenden ihre Ausbildungswege und Inhalte. In Estland dauert das Vikariat ein Jahr, und es wird ein starker Akzent auf persönliche Entwicklung gelegt. Die Vikare*innen lassen sich ehrenamtlich ausbilden und haben meist schon mehrere Jahre eines anderen Berufes hinter sich. In Rumänien dafür geht es dafür mehr um Inhalte, wobei die Ausbildungsphase zwei Jahre dauert und mit einer kirchlichen Anstellung einhergeht. Die meisten Vikar*innen kommen direkt von den Bänken der Hochschule.
Nun stellt sich die grundsätzliche Frage, wie solche pastorale Fortbildung innerhalb der Netzwerke der GEKE umgesetzt werden kann. Sind Vikare und Vikarinnen, sowie Pfarrer und Pfarrerinnen in den ersten Dienstjahren eine Zielgruppe, mit der man rechnen kann? Sind Treffen nur unter zwei Partnern möglich, oder können sie auf mehrere ausgeweitet werden? Und letztlich: ist es den Kirchen wert, dass sie solche pastorale Fortbildung finanzieren? Gerne melden Sie sich bei uns, wenn Sie einige Antworten auf diese Fragen, oder Impulse dazu haben.
Die beschriebene Fortbildung hatte ZETO angeregt und auch finanziell unterstützt. Dafür sei Dank gesagt.

