{"id":4384,"date":"2026-02-25T13:48:07","date_gmt":"2026-02-25T13:48:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.leuenberg.eu\/?p=4384"},"modified":"2026-02-27T08:00:54","modified_gmt":"2026-02-27T08:00:54","slug":"evangelisch-in-europa-gemeinsam-aber-vielfaeltig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.leuenberg.eu\/de\/2026\/02\/25\/evangelisch-in-europa-gemeinsam-aber-vielfaeltig\/","title":{"rendered":"Evangelisch in Europa: Gemeinsam, aber vielf\u00e4ltig"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_pb_post_content_0_tb_body et_pb_post_content et_pb_module preset--module--divi-post-content--default\">\r\n<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_block_section\">\r\n<div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_block_row\">\r\n<div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et_pb_column_4_4 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\">\r\n<div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_block_module preset--module--divi-text--default\">\r\n<div class=\"et_pb_text_inner\">\r\n<p data-start=\"308\" data-end=\"737\">Die <strong data-start=\"312\" data-end=\"320\">GEKE<\/strong> lud \u00f6sterreichische Medienvertreter zu einem Hintergrundgespr\u00e4ch mit Generalsekret\u00e4r <strong data-start=\"406\" data-end=\"423\">Mario Fischer<\/strong> ein. Das Treffen verlief sehr positiv und war gepr\u00e4gt von zahlreichen Fragen der anwesenden Journalistinnen und Journalisten, die \u00fcberwiegend einen katholischen Hintergrund haben. Besonders gro\u00df war ihr Interesse an der europ\u00e4ischen evangelischen Kirchenlandschaft und deren vielf\u00e4ltigen Stimmen und Gesichtern.<\/p>\r\n<p data-start=\"739\" data-end=\"1185\">Im Unterschied zur katholischen Kirche gibt es in der evangelischen Tradition keinen Anspruch, von \u201eoben\u201c eine einheitliche Linie vorzugeben. Bereits seit den theologischen Gespr\u00e4chen Anfang der 1970er Jahre verfolgten lutherische und reformierte Theologen den Wunsch, sich zusammenzuschlie\u00dfen. Grundlage daf\u00fcr war, die positiven Anliegen der jeweils anderen Konfession zu verstehen, ohne deren Tradition von vornherein abzulehnen oder abzutun.<\/p>\r\n<p data-start=\"1187\" data-end=\"1395\">Eine einheitliche Stimme der evangelischen Kirchen existiert somit nicht, auch wenn die GEKE urspr\u00fcnglich danach strebte, als gemeinsame evangelische Stimme in Europa aufzutreten. <strong data-start=\"1367\" data-end=\"1384\">Mario Fischer<\/strong> erkl\u00e4rt:<\/p>\r\n<blockquote data-start=\"1396\" data-end=\"1963\">\r\n<p data-start=\"1398\" data-end=\"1963\">\u201eDavon sind wir etwas abgekommen, denn die Kirchen haben teilweise zu unterschiedliche Sichtweisen, wenn es um gesellschaftlich brisante Themen wie Migration oder ethische Fragen zu Gender und Sexualit\u00e4t geht. Es gibt einen ethischen Korridor \u2013 darin sind mehrere Positionen m\u00f6glich. Das wurde etwa bei unserem Prozess zur Sterbehilfe sehr deutlich. Was wir wollen, ist, die Mitgliedskirchen zu bef\u00e4higen, in ihrem jeweiligen Kontext zu sprechen und sich auf Grundlage unserer Studienprozesse gr\u00fcndlich zu informieren, um eine fundierte Meinung bilden zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<h3 data-start=\"1965\" data-end=\"2008\">Standort Wien und Geschichte der GEKE<\/h3>\r\n<p data-start=\"2010\" data-end=\"2199\">Dass die GEKE seit 2007 ihren Sitz in Wien hat \u2013 obwohl es in \u00d6sterreich nur 3\u20134\u202f% protestantische Gl\u00e4ubige gibt \u2013 dient der besseren Wahrnehmung der Evangelischen Kirche. Fischer betont:<\/p>\r\n<blockquote data-start=\"2200\" data-end=\"2312\">\r\n<p data-start=\"2202\" data-end=\"2312\">\u201eNoch wichtiger war es nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, als Br\u00fcckenkopf in Europa positioniert zu sein.\u201c<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<p data-start=\"2314\" data-end=\"2775\">Urspr\u00fcnglich befand sich das B\u00fcro der GEKE dort, wo der Generalsekret\u00e4r sein Amt nebenamtlich aus\u00fcbte \u2013 zuerst in Stra\u00dfburg, dann in Berlin und schlie\u00dflich in Wien. Die Leuenberger Kirchengemeinschaft in Stra\u00dfburg bestand zu Beginn praktisch nur aus einem Briefkasten, \u00fcber den Mitgliedskirchen ihre Bewerbungen einreichten. Heute ist die GEKE mit neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut etabliert. Auf die Frage nach der Au\u00dfendarstellung erkl\u00e4rt Fischer:<\/p>\r\n<blockquote data-start=\"2776\" data-end=\"3046\">\r\n<p data-start=\"2778\" data-end=\"3046\">\u201eEs ist gelungen, bewusst zu machen, dass wir eine gemeinsame Kirche sind. Reformierte Gl\u00e4ubige k\u00f6nnen im Urlaub in methodistischen, unierten oder lutherischen Kirchen Gottesdienst feiern. Au\u00dferdem vertreten wir die Kirchen gegen\u00fcber den europ\u00e4ischen Institutionen.\u201c<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<h3 data-start=\"3048\" data-end=\"3081\">Herausforderungen in Europa<\/h3>\r\n<p data-start=\"3083\" data-end=\"3168\">Fischer beobachtet eine zunehmende Verh\u00e4rtung der politischen Positionen in Europa:<\/p>\r\n<blockquote data-start=\"3169\" data-end=\"3550\">\r\n<p data-start=\"3171\" data-end=\"3550\">\u201eEs gibt kaum noch bin\u00e4re Entscheidungswege. Viele akzeptieren nur noch A oder Nicht-A, aber B, C oder D wird oft ignoriert. Das zeigte sich beim Brexit, aber auch in verschiedenen europ\u00e4ischen Staaten, wo Kirchen teilweise politisch vereinnahmt werden. So wird etwa die ungarisch-reformierte Kirche durch massive finanzielle Unterst\u00fctzung der Orb\u00e1n-Regierung stark beeinflusst.\u201c<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<p data-start=\"3552\" data-end=\"3869\">Trotz unterschiedlicher Ansichten innerhalb der Kirchengemeinschaft sei Dialog entscheidend. Ein besonderer Moment war die Vollversammlung 2024, bei der ukrainische und russische Vertreter der dortigen lutherischen Kirche gemeinsam am Podium sa\u00dfen und \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Rollen der Kirchen im Krieg diskutierten.<\/p>\r\n<h3 data-start=\"3871\" data-end=\"3918\">Evangelische Minderheitskirchen in Europa<\/h3>\r\n<p data-start=\"3920\" data-end=\"4379\">Evangelische Kirchen sind in Europa oft Minderheitskirchen. Von rund 500\u202fMillionen Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4ern sind etwa 40\u202fMillionen evangelisch, davon 20\u202fMillionen in Deutschland. In Skandinavien und Island ist die Bev\u00f6lkerung mehrheitlich evangelisch, aber insgesamt nimmt die Zahl ab. Viele Kirchengemeinden sind leer geworden, weshalb neue Projekte wie \u201eMixed Economy\u201c initiiert werden, um Gemeinschaftsformen abseits klassischer Strukturen zu st\u00e4rken.<\/p>\r\n<p data-start=\"4381\" data-end=\"4638\">Auch in den Randregionen Europas existieren kleine evangelische Gemeinden, die durch Arbeitsmigration stark geschrumpft sind. Die Kirchen wollen sowohl f\u00fcr die abgewanderten Menschen als auch f\u00fcr neu hinzugekommene Migrantinnen und Migranten pr\u00e4sent sein.<\/p>\r\n<p data-start=\"4640\" data-end=\"4670\">Abschlie\u00dfend betont Fischer:<\/p>\r\n<blockquote data-start=\"4671\" data-end=\"4783\">\r\n<p data-start=\"4673\" data-end=\"4783\">\u201eUnsere Gesellschaften sind das Ackerfeld Gottes. Dort wollen wir wirken und die frohe Botschaft verk\u00fcnden.\u201c<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_flex_section\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_flex_row\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et-last-child et_flex_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et_flex_column_24_24 et_flex_column_24_24_tablet et_flex_column_24_24_phone\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_flex_module preset--module--divi-text--default\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p data-start=\"308\" data-end=\"737\">Die <strong data-start=\"312\" data-end=\"320\">GEKE<\/strong> lud \u00f6sterreichische Medienvertreter zu einem Hintergrundgespr\u00e4ch mit Generalsekret\u00e4r <strong data-start=\"406\" data-end=\"423\">Mario Fischer<\/strong> ein. 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Was wir wollen, ist, die Mitgliedskirchen zu bef\u00e4higen, in ihrem jeweiligen Kontext zu sprechen und sich auf Grundlage unserer Studienprozesse gr\u00fcndlich zu informieren, um eine fundierte Meinung bilden zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<h3 data-start=\"1965\" data-end=\"2008\">Standort Wien und Geschichte der GEKE<\/h3>\n<p data-start=\"2010\" data-end=\"2199\">Dass die GEKE seit 2007 ihren Sitz in Wien hat \u2013 obwohl es in \u00d6sterreich nur 3\u20134\u202f% protestantische Gl\u00e4ubige gibt \u2013 dient der besseren Wahrnehmung der Evangelischen Kirche. Fischer betont:<\/p>\n<blockquote data-start=\"2200\" data-end=\"2312\">\n<p data-start=\"2202\" data-end=\"2312\">\u201eNoch wichtiger war es nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, als Br\u00fcckenkopf in Europa positioniert zu sein.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p data-start=\"2314\" data-end=\"2775\">Urspr\u00fcnglich befand sich das B\u00fcro der GEKE dort, wo der Generalsekret\u00e4r sein Amt nebenamtlich aus\u00fcbte \u2013 zuerst in Stra\u00dfburg, dann in Berlin und schlie\u00dflich in Wien. Die Leuenberger Kirchengemeinschaft in Stra\u00dfburg bestand zu Beginn praktisch nur aus einem Briefkasten, \u00fcber den Mitgliedskirchen ihre Bewerbungen einreichten. Heute ist die GEKE mit neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut etabliert. Auf die Frage nach der Au\u00dfendarstellung erkl\u00e4rt Fischer:<\/p>\n<blockquote data-start=\"2776\" data-end=\"3046\">\n<p data-start=\"2778\" data-end=\"3046\">\u201eEs ist gelungen, bewusst zu machen, dass wir eine gemeinsame Kirche sind. Reformierte Gl\u00e4ubige k\u00f6nnen im Urlaub in methodistischen, unierten oder lutherischen Kirchen Gottesdienst feiern. Au\u00dferdem vertreten wir die Kirchen gegen\u00fcber den europ\u00e4ischen Institutionen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<h3 data-start=\"3048\" data-end=\"3081\">Herausforderungen in Europa<\/h3>\n<p data-start=\"3083\" data-end=\"3168\">Fischer beobachtet eine zunehmende Verh\u00e4rtung der politischen Positionen in Europa:<\/p>\n<blockquote data-start=\"3169\" data-end=\"3550\">\n<p data-start=\"3171\" data-end=\"3550\">\u201eEs gibt kaum noch bin\u00e4re Entscheidungswege. Viele akzeptieren nur noch A oder Nicht-A, aber B, C oder D wird oft ignoriert. Das zeigte sich beim Brexit, aber auch in verschiedenen europ\u00e4ischen Staaten, wo Kirchen teilweise politisch vereinnahmt werden. 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