{"id":2608,"date":"2025-09-23T11:14:06","date_gmt":"2025-09-23T10:14:06","guid":{"rendered":"https:\/\/2025.leuenberg.eu\/?p=2608"},"modified":"2025-12-04T06:39:57","modified_gmt":"2025-12-04T06:39:57","slug":"ecic-konferenz-auf-der-suche-nach-der-wahrheit-im-medienzeitalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.leuenberg.eu\/de\/2025\/09\/23\/ecic-konferenz-auf-der-suche-nach-der-wahrheit-im-medienzeitalter\/","title":{"rendered":"ECIC-Konferenz auf der Suche nach der Wahrheit im Medienzeitalter"},"content":{"rendered":"<p>Die ECIC-Konferenz (European Christian Internet Conference), die seit 1997 besteht und sich einmal j\u00e4hrlich trifft, verschrieb sich heuer dem Thema &#8222;Leading in the Age of Misleading: The Role of Churches in Countering Disinformation&#8220;. Die GEKE war erstmalig bei der Konferenz vertreten. Insgesamt kamen Medienexpert*innen, kirchliche Medienmitarbeiter*innen und Theolog*innen aus 12 vornehmlich nordischen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zusammen, aber auch Deutschland und Italien waren vertreten. Die Themenbreite war enorm, wobei viele der aktuell brisanten Themen (Fake News &#8211; auch mithilfe von KI, Cyberangriffe, Manipulationen) aus estnischer Perspektive beleuchtet wurden.<\/p>\n<p>Gastgeberin der Konferenz war die Estnische Evangelische Lutherische Kirche (EELC). Erzischof Urmas Viilma, der auch der Pr\u00e4sident des Estnischen Rats der Kirchen ist, sprach \u00fcber die herausfordernde Situation an der Grenze zwischen &#8222;Ost&#8220; und &#8222;West&#8220;. Er erw\u00e4hnte die erschwerte Zusammenarbeit mit dem dem Moskauer Patriarchen unterstellten Zweig der orthodoxen Kirche, da eine Distanzierung vom Krieg in der Ukraine niemals erfolgte. Die Kirche werde f\u00fcr die hybride Kriegsf\u00fchrung missbraucht und anstatt ein spiritueller Ort zu sein, w\u00fcrden Gl\u00e4ubige vor die Wahl gestellt, sich zwischen dem Glauben und ihrer Loyalit\u00e4t zum estnischen Staat zu entschieden.<\/p>\n<p>Bei den Vortr\u00e4gen der Konferenz wurde das ver\u00e4nderte Medienkonsumverhalten angesprochen. Es geht um das Gef\u00fchl, das erzeugt wird. Ob die Geschichten erfunden oder wahr sind, spielt eine untergeordnete Rolle, zumal es mit fortschreitender Entwicklung immer schwieriger wird, L\u00fcgen von Wahrheit zu unterscheiden. L\u00fcgen ziehen jedoch besser: sie werden im Schnitt siebenmal \u00f6fter angeklickt als Fakten. Betroffen davon sind zunehmend auch die Social Media-Kan\u00e4le. Immer mehr Beitr\u00e4ge sind KI-generiert und ohne seri\u00f6se Quellenangaben. Viele Beitr\u00e4ge sind kommerzorientierte Werbeinserate. Die Reichweite etwa von Kircheneintr\u00e4gen werde immer geringer und teilweise verschw\u00e4nden Profile ohne Grund.<\/p>\n<p>Doch Social Media ist manchmal auch ein wichtiges Sprachrohr der Wahrheit, auch im Kirchenkontext. Davon berichtete Matthew Batten, Leiter der Kommunikation der Kirche von Wales. Die hierarchisch organisierte Kirchenkommunikation setzte jahrzehntelang auf Vertuschung von sexuellem Missbrauch und musste schlie\u00dflich auf die Recherchen und Beitr\u00e4ge der Social Media Influencer, die sich des Themas angenommen hatten, reagieren. Digitaler Aktivismus kann Autorit\u00e4ten zum Einlenken und zur Wahrheit zwingen.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste ECIC-Konferenz wird in Rom stattfinden und K\u00fcnstliche Intelligenz zum Thema haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ECIC-Konferenz (European Christian Internet Conference), die seit 1997 besteht und sich einmal j\u00e4hrlich trifft, verschrieb sich heuer dem Thema &#8222;Leading in the Age of Misleading: The Role of Churches in Countering Disinformation&#8220;. Die GEKE war erstmalig bei der Konferenz vertreten. 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