Sündenbekenntnisse und Fürbitten (Frankreich)

entnommen aus: Liturgie des Dimanches & Fêtes, ANELF 1983

 

1.

Heiliger Gott, Gott der Liebe, der du uns erforschst und uns kennst,

wir bekennen mit Scham und Schmerz,

dass wir dich nicht geliebt haben, wie es dir gebührt, geliebt zu werden.

Fern von dir suchen wir unser Glück,

und unser Herz ist maßlos den Gütern der Erde hingegeben.

Herr, erbarme dich unser und vergib uns

um der Liebe Jesu Christi willen, deines Sohnes, unseres Retters.

Verwandle unser Herz,

denn wir können es nicht selbst verwandeln,

und gewähre uns die Gnade eines erneuerten Lebens

durch die Tat deines Heiligen Geistes.

Hilf uns, dass wir da trösten und heilen können,

wo wir verachtet und verletzt haben,

und mach du selbst das Böse wieder gut,

das wir verursacht haben

und dessen Folgen uns entglitten sind.

Deine Liebe durchdringe uns und strahle von uns aus,

damit ihr Licht unseren Schwestern und Brüdern glänzt

und sie leitet, deinen heiligen Namen zu ehren.

 

2. zum Osterfest

Wer sind wir vor dir, Herr, einen Triumphgesang zu singen?

Wir feiern den Sieg des Auferweckten, aber wir scheinen in der Niederlage zu leben.

Wir beten einen lebendigen Herrn an, aber wir tun nicht immer, was er uns sagt.

Wir geben vor, ihm zu nachfolgen, aber wir fürchten, dahin zu gehen, wohin er er uns führt.

Wir geben vor, Vorzeichen seiner Herrschaft zu sein, aber wir sind oft nur einfache Nachbildungen der Gruppierungen, die uns umgeben.

Wir sind in der Nachfolge Christi aufgerufen, die Welt zu verändern, aber wir gleichen uns unterschiedslos den Modellen der Gemeinschaften, zu denen wir gehören, an.

Wir sind gesandt, den Armen die gute Nachricht zu verkünden, aber wir weigern uns zu verstehen, was das für uns bedeutet.

Wir rufen die Freiheit für die Unterdrückten aus, aber wir zögern, den Preis unserer Solidarität mit ihnen zu zahlen.

Wir bejahen unsere Befreiung in Christus, aber wir sind gefangen in den Netzen des Bösen.

Darum flehen wir zu dir: Vater, befreie uns!

 

Gebet des Tages

zum Osterfest

 

Lebendiger Gott, durch den Sieg deines Sohnes über den Tod öffnest du uns heute die Tore des ewigen Lebens, und wir feiern voll Freude seine Auferstehung. Mach aus uns neue Menschen, damit wir im Licht des wahren Lebens zu neuem Leben kommen mit Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn, der mit dir, Vater, lebt und herrscht und mit dem Heiligen Geist, ein einziger Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

Allgemeines bzw. Fürbittengebet

 

1. zum Fest Christi Himmelfahrt

Für die Nachdenklichen, die Zeugen des Unsichtbaren in einer Welt, die um unmittelbare Wirkung besorgt ist; für die Tatmenschen, deren Einsatz unsere Verantwortung gegenüber der Welt, Herr, bitten wir dich.

Herr, erhöre uns!

 

Für die Dichter und Künstler, deren Traum Breschen in die Mauern schlägt, die unseren Horizont verschließen; für die Ökonomen, deren bisweilen unerbittliche Strenge uns zu der harten Wirklichkeit der Gegebenheiten zurückführt, Herr, bitten wir dich.

Herr, erhöre uns!

 

Für die, die an eine bessere Welt glauben und unablässig die Mittelmäßigkeit, die Ungerechtigkeiten und den Widersinn anprangern, mit denen wir versucht sind, uns einfach abzufinden; für die Fachleute, die mit den Grenzen des Möglichen ringen, um sie zu erweitern, Herr, bitten wir dich:

Herr, erhöre uns!

 

Für die, die Misserfolge und Enttäuschungen zu Verzweiflung oder Fatalismus zu führen drohen; für die, die die Erfolge zu berauschen und hart gegen die anderen zu machen drohen, Herr, bitten wir dich:

Herr, erhöre uns!

 

Für die, die Neues in Angriff nehmen, und die, die Vorhaben aufgeben, für die, die der Vergangenheit nachhängen, und die, die ungeduldig die Zukunft erwarten; für uns alle schließlich, die du versammelt hast, damit wir uns deiner Gegenwart in der Abwesenheit freuen und damit wir in Freude deine Wiederkunft in Herrlichkeit erwarten, Herr, bitten wir dich:

Herr, erhöre uns!

2.

Gott, unser Vater, gedenke derer in unserer Stadt (unserem Dorf), die sich entwurzelt, verloren, der Einsamkeit und Verzweiflung ausgeliefert fühlen. Mach uns, ihnen nah, zu Zeugen deiner Hoffnung.

Herr, erhöre uns!

 

Gedenke derer, die durch die Sorge um das Geld beherrscht werden, und derer, die nicht genug haben, ein anständiges Leben zu führen; derer, die von ihrem Terminplan so besessen sind, dass sie keine Zeit zu Begegnung und Erholung haben. Mach uns, ihnen nah, zu freien und verfügbaren Menschen.

Herr, erhöre uns!

 

Gedenke derer, die durch Streit, entzweite Haushalte, rebellierende Kinder und Heranwachsende zerrissen sind, derer, die sich weigern, sich auszusprechen, und derer, die sich zerstreiten. Mach uns, ihnen nah, zu Versöhnern.

Herr, erhöre uns!

 

Gedenke der Minister, der Spitzenfunktionäre, der Beamten des Staates und der Hüter der öffentlichen Ordnung, der Unternehmensführer und der Verantwortlichen in den Gewerkschaften. Mach uns zu Menschen, die für soziale Gerechtigkeit und sozialen Frieden sorgen.

Herr, erhöre uns!

 

Gedenke der Ausländer, die in unserem Land arbeiten, ihrer Familien und Heimatländer, all derer, die fern von den Ihren leben. Mach uns, ihnen nah, zu Nächsten gemäß dem Evangelium.

Herr, erhöre uns!

 

Gedenke der Nationen und der Staatslenker; erleuchte sie in ihrer schwierigen Suche nach Frieden; verbanne aus dieser Welt die Versuchung, die Atomkraft militärisch zu nutzen. Mach uns zu Menschen, die frei von aller Furcht wie von allem Machtwillen sind.

Herr, erhöre uns!

 

Gedenke derer, die dich ignorieren oder fliehen. Mach uns, ihnen nah, zu Zeugen deiner unablässigen Liebe. Gewähre allen Gliedern deiner Kirche, treue Diener zu sein, damit die Welt in Jesus Christus ihren Retter erkennt.

Herr, erhöre uns.

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