Das christliche Zeugnis von der Freiheit

Texte und gemeindepädagogische Zugänge zu den Texten

Leuenberger Texte 5

Mit Heft 5 der ‚Leuenberger Texte‘ kommt der Exekutivausschuß für die Leuenberger Kirchengemeinschaft (LKG) dem vielfach geäußerten Wunsch nach, die in den Leuenberger Lehrgesprächen erarbeiteten Texte möglichst vielen an solchen Themenstellungen Interessierten zugänglich zu machen. Die zweisprachig angelegte Reihe zielt darauf ab, daß mit diesen Texten international in Gemeinde- und Hauskreisen, synodalen Arbeitsgruppen, ökumenischen Gesprächsrunden, Akademien oder theologischen Seminaren gearbeitet werden kann.

Frühere Hefte der Reihe galten der Ekklesiologie (Leuenberger Texte 1) oder den Sakramenten sowie Amt und Ordination (Leuenberger Texte 2), befaßten sich mit Kriterien ethischer Urteilsfindung (Leuenberger Texte 3) oder behandelten die Frage der Kirchengemeinschaft zwischen den Kirchen der Leuenberger Konkordie und den an der Meissener Erklärung und der Porvoo-Erklärung beteiligten Kirchen (Leuenberger Texte 4). Mit den in Heft 5 vorgelegten Texten über: ‚Das christliche Zeugnis von der Freiheit‘ werden dagegen Ergebnisse von Lehrgesprächen präsentiert, die die tiefgreifenden politischen Veränderungen in Europa in Ost und West seit 1989 in so aktueller Weise reflektierten, wie dies bei theologischen Konsultationen nur äußerst selten möglich war. Die Entscheidung der 3. Vollversammlung der Leuenberger Kirchengemeinschaft in Straßburg im März 1987 für dieses Thema war sehr knapp ausgefallen. Die Delegierten konnten nicht ahnen, welche politischen Umwälzungen ab 1989 in Europa stattfinden würden und welche Rolle dabei gerade das Thema ‚Freiheit‘ spielen würde.

Die doppelte Bearbeitung der Freiheitsthematik durch eine im Herbst 1989 vom Exekutivausschuß gebildete Projektgruppe sowie ab 1992 durch die von Landesbischof D. Dr. J. Hanselmann geleitete Regionalgruppe ‚Südosteuropa‘ (‚Südeuropa‘ bis zur Vollversammlung 1994) erwies sich in gewisser Weise als eine lebendige europäische Geschichtsschreibung. Die erarbeiteten Texte erheben nicht den Anspruch, 5 Konsenspapiere zu sein, sondern geben bewußt unterschiedliche Akzentsetzungen und spezifische Erfahrungen zum Thema ‚Freiheit‘ wieder. Den Charme des Textes der Projektgruppe macht es aus, daß die Erstvorlage ihres Freiheitsdokumentes – ein wohl bisher einmaliger Vorgang in den Leuenberger Lehrgesprächen – in französischer Sprache vorgelegt wurde. Bei genauem Studium des Textes kann man den Esprit und Elan der französischen Freiheitstradition spüren. Der Text der Südosteuropagruppe geht demgegenüber stärker dem Thema Freiheit und Unfreiheit der Kirche nach. Dabei spiegeln sich die Erfahrungen, die die Kirchen Osteuropas in den 40 Jahren von Sozialismus und Kommunismus machen mußten.

Der Exekutivausschuß kommentierte beide Texte und legte sie der 4. Vollversammlung der Leuenberger Kirchengemeinschaft vor. Diese nahm sie entgegen und sprach Dank und Anerkennung dafür aus. Um mit den Texten jedoch in möglichst vielfältiger Weise arbeiten zu können, beschloß die Vollversammlung, daß beide Studien durch gemeindepädagogische Aufbereitungen und didaktisches Material erschlossen werden sollen.

Wilhelm Hüffmeier (hg./ed.)

ISBN 3-87476-348-X

1999 Verlag Otto Lembeck, Frankfurt am Main

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