Einführung in die Bedeutung der Liturgie (Irland)

Der Gottesdienst der evangelisch-lutherischen Kirche in Irland folgt im großen und ganzen der Ordnung der Deutschen Messe von Martin Luther von 1526, wobei der eigentlichen Liturgie nach dem Einzug des Pastors ein Vorbereitungsgebet vorangestellt ist, das der inneren Sammlung auf den Gottesdienst dient.

Die Liturgie selbst besteht aus drei Hauptteilen, der Eröffnung, dem Wortgottesdienst und der Feier des Heiligen Abendmahls (Eucharistiefeier). Die drei Abschnitte zielen auf verschiedene Aspekte der leiblichen Existenz der Glaubenden: Herz und Mund (Eröffnung), Ohr und Verstand (Wortgottesdienst) sowie der übrigen Sinne (Heiliges Abendmahl). Sie drücken damit symbolisch aus, dass die christliche Botschaft Heil für den ganzen Menschen, Geist, Seele und Leib, meint.

Der Eröffnungsteil ist dem Anbetungs- und Lobgebet gewidmet. Er beginnt nach dem Eingangsglied mit dem Wochenpsalm im Wechsel und dem "Ehre sei dem Vater" (Gloria patri), und nennt gleich zu Beginn, wem dieser Gottesdienst gilt, dem dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ihm folgt das Kyrie ("Herr, erbarme dich"), die Anrufung und Anbetung des dreieinigen Gottes (Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison), als dem allein anbetungswürdigen Herrn. Daran schließt sich an das "Ehre sei Gott in der Höhe" (Gloria Dei in excelsis), der Lobpreis der Engel von Bethlehem. Die Gemeinde antwortet mit dem reformatorischen Glorialied "Allein Gott in der Höh sei Ehr". Nun versichern Gemeinde und Liturg einander die Gegenwart des so gepriesenen Gottes hier und jetzt in diesem Gottesdienst ("Der Herr sei mit euch"). Der Eröffnungsteil schließt mit dem zusammenfassenden Gebet (Kollektengebet).

 

Der Wortgottesdienst beginnt mit der Epistellesung zum jeweiligen Sonntag im Kirchenjahr, auf die die Gemeinde mit dem Halleluja zustimmend antwortet. Es folgt das Wochenlied, das zusammen mit den Liedern vor und nach der Predigt auf die Lesungen abgestimmt ist. Die Lesung des Evangeliums wird von der Gemeinde mit dem "Ehre sei dir Herre" bzw. "Lob sei Dir, o Christe" eingerahmt, um dessen Bedeutung herauszustellen. Die Gemeinde antwortet auf die Schriftlesungen mit dem Glaubensbekenntnis und erneuert damit im Lichte des eben Gehörten ihr Vertrauen auf Gottes Heilstaten. Die Predigt ist im lutherischen Gottesdienst neben dem Empfang des Abendmahls das wichtigste Element, da in ihr die Vergegenwärtigung der Wahrheit von Gottes Wort im Heute der Gemeinde geschieht. Nach den Abkündigungen und dem Einsammeln der Kollekte folgt als Abschluß des Wortgottesdienstes das Allgemeine Kirchengebet. Es ist das große Fürbittengebet, das die privaten und öffentlichen Gebetsanliegen der Gemeinde aufnimmt.

Die Feier des Heiligen Abendmahls beginnt mit dem großen Dankgebet, dem Eucharistischen Gebet. Um zu verdeutlichen, dass im nun beginnenden Sakramentsgottesdienst Gott auf besondere Weise zu uns kommt, sprechen sich zu Beginn Gemeinde und Liturg noch einmal die Gegenwart Gottes zu (Präfation: "Der Herr sei mit euch"). Die Gemeinde wird aufgefordert, sich auf den kommenden Gott vorzubereiten und ihre Herzen Gott entgegenzubringen. Die Aufforderung, Dank zu sagen, und die Bestätigung der Gemeinde, dass dies der einzig richtige und würdige Gottesdienst ist, betont die Bedeutung des nun folgenden Eucharistischen Gebets. Um die Heilstat Gottes für uns Menschen und den Kosmos zu rühmen, wird die Gemeinde im Anschluß daran aufgefordert, in den Lobpreis der himmlischen Mächte, in das "Heilig, heilig" (Sanctus) einzustimmen. Die Gemeinde betet sodann das Vaterunser. Danach spricht der Liturg die Einsetzungsworte des Abendmahls. Mit dem "Christe, du Lamm Gottes" (Agnus Dei) bittet die Gemeinde um das Erbarmen und den Frieden Chisti.

Nach dem Abendmahl kommen das Schlußlied und ein Gebet, mit dem Christus noch einmal gedankt wird für die Teilhabe an seinem Tisch. Darauf folgen Entlassung ("Gehet hin") und Segen. Der Gottesdienst endet mit Orgelnachspiel und Auszug des Pastors.

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